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28. Juni 2016 - Aktuelles aus Trogir

Fassungslos saßen wir vor den Fernsehern und wurden Zeugen von Randalen und Schlägereien im Europameisterschaftssspiel Kroatien gegen Tschechien in St. Etienne. Das Ungewöhnliche an diesen Ausschreitungen war, dass sie sich nicht gegen gegnerische Fans richteten, sondern nur innerhalb des kroatischen Fanblocks auftraten. Was läuft so schief in diesem Land, dass die Fans verschiedener kroatischer Fußballclubs ihre Aggressionen und ihren Frust im Ausland zur Schau stellen müssen und so die ganze Freude am Fußball riskieren? Die Gründe sind tiefgründiger als die reine Rivalität zwischen den Clubs Dinamo Zagreb und Hajduk Split: die Ausschreitungen richteten sich gegen den kroatischen Fußballverband und deren Leiter Davor Šuker und Zdravko Mamić. Vor allem Letzterer ist in der kroatischen Öffentlichkeit sehr umstritten aufgrund seines autokratischen Führungsstils und der Etablierung mafiöser Strukturen. Davor Šuker, ehemaliger Profifußballer und heutiger Präsident des kroatischen Fußballverbandes, gilt als Mamićs rechte Hand und Marionette. Seit Jahren führen Fangruppierung (v.a. Zagreb) erbitterte Proteste gegen Mamić. So war es auch nicht verwunderlich, dass an der Trogirer Brücke ein übergroßes Plakat mit folgender Aufschrift vor dem Spiel angebracht worden war: „Gott soll Euch eine Niederlage schenken.“ Damit zeigten die Trogirer Hajduk-Fans, was sie von dieser Europameisterschaft und dem kroatischen Fußballverband halten.

Dass die Zahl der Menschen in Trogir in den Sommermonaten ansteigt, ist eine bekannte und positive Tatsache. Bedingt durch diese Entwicklung steigt jedoch auch die Häufigkeit von medizinischen Notfällen. Bis jetzt lief Einiges nicht optimal in der medizinischen Notfallversorgung, die in den Sommermonaten um ungefähr 40% höher ist als im Winter. Gerade auf der Insel Čiovo gab es überproportional viele Notfälle in der Vergangenheit. Auf diese Umstände reagierend, veranlasste die Stadt Trogir die Eröffnung einer zusätzlichen Notfallambulanz auf der Insel Čiovo, die zusätzlich noch von einem Krankenwagen mit neuester Ausstattung unterstützt wird. Die meisten Notfälle stehen in Zusammenhang mit Verkehrsunfällen und kardiovaskulären Erkrankungen.

Das kroatische Innenministerium hat seit letztem Monat die Sicherheitsbestimmungen für den Trogirer Hafen etwas gelockert, sodass die Anzahl internationaler Cruiser, die im Trogirer Hafen anlegen wollen, gesteigert werden kann. So sind für die nächsten Monate bislang 42 Großyachten angemeldet. Zurzeit wird auch eine neue Anlegestation für den Personenverkehr mittels Fähren im Trogirer Stadtteil Soline gebaut, die laut Experten den Trogirer Haupthafen deutlich entlasten wird, da sämtliche Fahrdienste nun umgeleitet werden. Deshalb werden in Zukunft an der Trogirer Riva nur die tollsten Großyachten und Cruiser bewundert werden, die sich wie Dekostücke der Trogirer Kulisse anpassen.

In dem bildhübschen Trogirer Innenhof „Knežev Dvor“, der den ganzen Sommer als begehrte Spielstätte für musikalische Veranstaltungen genutzt wird, wurde die Saison mit einem Konzert zeitgenössischer Musik eröffnet. Das auftretende Ensemble aus Studenten der Musikakademie Split, das aus Streichern, Holzbläsern und Schlagzeugern bestand, möchte sich in Zukunft ausschließlich der zeitgenössischen Musik, deren Ursprung und Entwicklung widmen. So wurden am Abend Werke der Komponisten Frank Zappa, Marc Mellitis, John Adams, Ana Horvath und Gordan Tudor aufgeführt. Letzterer ist selbst Leiter des Ensembles. Es ist schön festzustellen, dass in Trogir, welches die Wiege des Klapa-Gesangs ist, auch zeitgenössische Musik Anklang findet. Es wäre interessant zu hören, wie ein traditionelles Klapa-Lied von einem modernen Komponisten interpretiert werden würde.

Branka Schröder

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