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5. Februar 2017 - Aktuelles aus Trogir

Ungewöhnlich kalte Luftmassen erreichten im Januar auch Trogir. Zwar gab es in Dalmatien keinen Schneefall, aber tagelang peitschte die Bora mit Spitzenböen bis zu 180 km/h entlang der Küste. Bei diesem Sturm und Minusgraden können wir uns richtig vorstellen, wie kalt es war! Man bangte um die Gartenpflanzen und Zitrusbäume. Eine Trogirerin brachte es auf den Punkt: „Es sind Ferien, man macht es sich mit den Kindern zu Hause gemütlich, geht nicht raus und heizt mit dem Ofen den ganzen Tag.“

2017 ist Bürgermeisterwahl in Trogir, allmählich positionieren sich die politischen Parteien und der Wahlkampf läuft an. In einem Radiointerview hat der amtierende Bürgermeister Ante Stipčić (HDZ) rückblickend ausführlich über seine Amtszeit gesprochen. „Mit der Zeit wird man erfahrener, die geplanten Vorhaben umzusetzen braucht einfach Zeit“, sagte er. Er blickte zufrieden auf zahlreich durchgeführte Projekte zurück. Viele Straßen in Trogir wurden saniert, das Abwassersystem ausgeweitet, der Standort für die Müllentsorgung wurde geklärt, die sogenannten „Grünen Inseln“ mit Sondermüllcontainern wurden überall in der Stadt verteilt und bei der Trogirer Firma „Holding“, deren Arbeitgeber das Rathaus ist, wurden die Löhne regelmäßig gezahlt. Auf die Nachfrage der Journalistin nach einer erneuten Kandidatur antwortete Stipčić, dass er und seine konservative HDZ darüber intensiv nachdachten und überlegten, eine endgültige Entscheidung jedoch noch nicht gefallen sei. Die linke SDP schickt den 37jährigen Bau – Diplomingenieur Ante Bilić in den Wahlkampf.

Am 15. Januar 1992 wurde Kroatien als unabhängiger Staat vom Ausland anerkannt. Deutschland und zwölf andere Staaten sprachen damit Kroatien das Recht auf einen eigenen Staat zu. Zwar wütete der Balkankrieg noch, aber durch diese Anerkennung konnte sich Kroatien offiziell vom damaligen Jugoslawien lösen. Nun feiert dieser kleine Staat, der sich zwischen den Flüssen Mur, Drave, Donau und der Adria befindet, sein 25jähriges Bestehen. Überall in Kroatien, so auch in Trogir, wurde dieser bedeutsame Tag gefeiert und gewürdigt. Nichtsdestotrotz gab es auch kritische Stimmen, die mit der Regierung und jetzigen Entwicklung des Landes nicht zufrieden sind. Sehr intensiv wird auch über den sogenannten „Braindrain“ in Kroatien diskutiert. Die Angst, zum akademischen Proletariat zu werden und zunehmende Perspektivlosigkeit sind einige der Gründe, warum so viele junge ausgebildete Kroaten das Land verlassen.

Im Januar fand in Trogir die „Nacht der Museen“ statt. Groß und Klein konnten an Führungen und vielen Aktivitäten teilnehmen, um Kunst und Kunsterbe Trogirs besser kennenzulernen. Erstmalig gab es auch eine Kooperation zwischen den Museen und der Musikschule. Die Schüler der Musikschule haben an vielen bedeutenden Örtlichkeiten in der Stadt ihr Können unter Beweis gestellt. Eigentlich kann man die ganze Stadt Trogir als großes Museum betrachten. Um die Einzigartigkeit dieser Stadt auch in Zukunft zu bewahren, wünscht man sich, dass die Einwohner und Touristen sich behutsam, vorsichtig und bewundernd diesem Städtchen gegenüber verhalten, und die UNESCO soll dabei unterstützen…

Branka Schröder